Jung, fair, erfolgreich – die neue Generation im fairen Handel

Sie sind jung, fair und richtig: erfolgreich. Die Rede ist von den jungen innovativen Unternehmen der „dritten Welle“ des fairen Handels. War das Mitleids-Marketing des frühen fairen Handels der 70er bis 00er Jahre noch geprägt vom Goodwill der Initiatoren und Konsumenten, so setzt die neue Generation nun auf Markt und Marke und ist dabei nicht weniger fair als die Vorreiter, die einst den Weg ebneten. Im Gegenteil, der Handel ist sogar direkter geworden. Oft kennen diese Unternehmen ihre Hersteller und Produzenten in den Ursprungsländern persönlich und pflegen direkte, langfristige, nachhaltige Geschäftsbeziehungen auf Augenhöhe. Auf der FA!R 2013 in Dortmund waren einige von ihnen vertreten und ich hatte Gelegenheit mit den Gründern zu sprechen.

3Freunde

3Freunde FAIR Dortmund bio faire Baumwolle

3 Freunde Stand auf der FA!R 2013

Die Freunde rund um Stefan Niethammer und Rapha Breyer machen, was wenige machen. Biologisch, fair und klimaneutral produzierte und transportiere T-Shirts aus Indien. Und nicht nur Shirts, mittlerweile bieten sie auch Hoodies, Polo-Shirts Longsleeves, auf Wunsch alles mit dem entsprechenden Aufdruck. Zum Beispiel für Firmen, Vereine, oder eben Freunde. Sie verkaufen ausschließlich Produkte aus zertifizierter Fairtrade-Biobaumwolle, bedruckt mit (GOTS)-zertifizierten Farben und kennen alle Teilnehmer der Wertschöpfungskette. Vom Anbau der Rohbaumwolle, dem Spinnen, Stricken, Färben, Konfektionieren, Drucken und der Verschiffung, in allen Bereichen legen die 3Freunde Wert auf Fairness und Transparenz. Und in allen Prozessschritten werden die Arbeitsnormen der ILO (International Labour Organisation) eingehalten.

Die Vermarktung geschieht über die Online Plattform www.3freunde.com sowie auf Messen und Veranstaltungen. Social Media, Talkshows und PR tragen zur Bekanntheit bei. Stationär wird kaum vertrieben. Die 3Freunde sind darauf spezialisiert, individuelle Großbestellungen zu bedienen. Das funktioniert nur online oder im Direktvertrieb. Die 3Freunde sind damit das einzige Unternehmen im deutschen Markt, das biologisch, faire und klimaneutral produzierte Textilien mit individuellen Prints liefert.

AiLaike

Ein Eistee, so wie er sein sollte, so wie er früher einmal war. Das dachte sich Gründer und Firmeninhaber Nils Beierlein, bevor er sich an die Entwicklung von AiLaike machte. Einen ehrlichen Eistee wollte er, wie zu Omas oder sogar Uromas Zeiten, 1904, als der Eistee erfunden wurde.

AiLaike FAIR Dortmund faire Limonade

AiLaike Stand auf der FA!R 2013

„Viele Hersteller behaupten, Ihre Idee sei aus sozialen Beweggründen entstanden, oder dem Streben, einen möglichst gesunden Genuss anzubieten. AiLaike ist anders – AiLaike erzählt seine ganze Geschichte. Die Idee, AiLaike Handmade Iced Tea zu kreieren, ist aus dem naiven Gedanken heraus entstanden, den besten Eistee der Welt zu machen“ so Nils.

Frisch gebrüht, aus echten und fair gehandelten Teeblättern, vorsichtig bei genau 83,7 Grad und genau 4:32 lang, und dann abgekühlt mit echten Eiswürfeln, damit sich keine Bitterstoffe lösen. Was wie nerdige Zahlenverliebtheit und ein Marketinggag wirkt, ist die Basis für diesen echten Eistee. Hinzu kommt nur noch Bio-Zitronendirektsaft in Demeter-Qualität, Bio-Fruchtauszüge, wie zum Beispiel Minze und Zitrone, etwas Bio-Agavendicksaft für die Süße, fertig.

So kommt AiLaike auch mit schlanken 19 Kalorien pro 100 ml aus. Einen schlanken Fuß macht die schöne, im Retrodesign gehaltene Flasche auch auf den Cafétischen der Szenegastronomie deutscher Großstädte. Das nämlich ist der Hauptvertriebskanal von AiLaike. Und so hat sich mit AiLaike nun ein weiteres, spannendes Produktkonzept zu den üblichen Verdächtigen wie LemonAid, ChariTea, Premium Cola, GekkoMate, etc. gesellt. Mehr über AiLaike unter www.ailaike.de.

Bananeira

Bananeira, hat nichts mit Bananen zu tun, soviel vorweg. Dafür bieten Jonas Schmidle und Ümit Sormaz einige andere Früchte, bzw. Fruchtpürees aus Brasilien, wie zum Beispiel das immer beliebtere Acai, Guave oder Graviola. Sie sind damit zwar nicht die einzigen auf dem deutschen Markt, aber eines der wenigen Unternehmen, das frische Fruchtpulpen in hochwertiger Fair Trade Qualität anbietet.

Bislang sind die Pürees von Bananeira noch nicht FLO-zertifiziert und tragen demnach noch nicht das offizielle Fairtrade International Logo, an der Zertifizierung wird aber gearbeitet. Das hält Bananeira nicht davon ab, ihre Unternehmensphilosophie zu leben, und zwar: „auf dem Weg in eine sozial- und umweltverträgliche Welt mehr Menschen für einen nachhaltigen Konsum zu begeistern und von der hohen Qualität fair gehandelter und ökologisch hergestellter Produkte zu überzeugen.“ In Brasilien möchte Bananeira vor allem „einen Beitrag leisten zu gleichberechtigten und eigenständigen Möglichkeiten der Existenzsicherung und Lebensqualitätsteigerung unter hohen gesellschaftlichen, wertschöpfenden und Umweltstandards“.

Hauptabnehmer dieser Pürees ist vor allem die Gastronomie. Bislang gab es für die Gastronomie meist nur Tiefkühlware (TK). TK Ware bedeutet wegen der geschlossenen Kühlkette allerdings hohe Logistikkosten, einen höheren CO2 Ausstoß und eine begrenzte Lagerfähigkeit. Endkunden können die Fruchtpürees direkt über Online-Stores beziehen. Hinweise dazu gibt es auf der Unternehmenswebseite.

Fairnopoly

Bei Monopoly ständig verloren? Nicht über LOS gezogen und nichts kassiert, dafür auf Park- und Schloßallee hohe mieten gezahlt? Schluss damit: „Dreh‘ das Spiel um“, so das Motto von Fairnopoly, der ersten fairen Online-Verkaufsplattform.

Fairnopoly FAIR Dortmund

Fairnopoly Stand auf der FA!R 2013

Fairer Handel, damit assoziiert man oft Handel zwischen „Nord und Süd“ oder „Industrie- und Entwicklungsland“, wie dies in Vergangenheit oft verstanden wurde. Der Wunsch nach mehr Fairness durchzieht allerdings alle Bereiche des wirtschaftlichen Handelns. So war es nur eine Frage der Zeit, bis die erste faire Online-Verkaufsplattform ins Leben gerufen wurde. Fairnopoly ist eine solche Plattform.

Fairnopoly ist der Online Marktplatz für faire oder gebrauchte Produkte. „Als Sozialunternehmen möchte Fairnopoly eine faire Alternative zu den bestehenden großen Online-Marktplätzen bieten. Auf unserem Marktplatz kann praktisch jede Art von Artikeln und Dienstleistungen angeboten werden.“ So Bastian Neumann, einer der Co-Geschäftsführer und Vorstände von Fairnopoly.

Das Besondere dabei, Fairnopoly ist als Genossenschaft organisiert. Sie ermöglicht jedem Teilnehmer über den Kauf von Genossenschaftsanteilen Miteigentümer zu werden. Ferner erhalten die Nutzer der Plattform sogenannte FAIR Share Points, mit denen sie u.a. über die Verwendung von generierten Spendengeldern mit entscheiden können.

Darüber hinaus möchte Fairnopoly seine Teilnehmer zur Wiederverwendung und zum verantwortungsvollen Konsum motivieren. Und klar: nicht fair gesiegelte oder gehandelte Produkte können natürlich auch auf der Plattform eingestellt werden. Mit dem Unterschied, dass es für diese nicht die doppelte Anzahl der „Fair Share Points“ gibt, wie im Fall der fairen Produkte, sondern nur den einfachen Wert.

 

Wie das Modell funktioniert, erklärt das folgende Youtube Video:

Die Beta Version ist bereits live und am 24. September 2013 startet dann der Shop. Hier geht’s zur Plattform.

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