Moema – mehr als Fair Trade

Moema Logo

Quelle: Moema Espresso Republic GmbH

Moema, ist ein Stadtteil São Paulos und eine Figur eines brasilianischen Gedichts. Eines von beiden stand offensichtlich Pate bei der Namensgebung des Berliner Unternehmens Moema Espresso Republic GmbH.

Moema república do espresso, 2005 gegründet von den drei ehemaligen Unternehmensberatern Niels Frandsen, Ozan Taner und Wolfgang Rüth ist nicht neu. Das Prinzip auch nicht. Wie andere erfolgreiche Unternehmen aus dem direkten Handel, fokussiert sich Moema auf nur ein Produkt. Dieses dafür aber von sehr hoher Qualität, direkt und fair gehandelt, ohne Zwischenstufen.

Moema direct fair trade

Quelle: Moema Espresso Republic GmbH

Mit folgendem Unterschied: Moema belässt die gesamte Wertschöpfung im Ursprungsland und ist damit eines der wenigen europäische Unternehmen im Kaffeebereich, das diese Form des direct fair trade praktiziert. Anbau, Veredelung und Röstung des Kaffees werden im Ursprungsland vollzogen. So verdienen die Partner von Moema bis zu zehn mal mehr, als im herkömmlichen Handel — auch gegenüber dem „klassischen Fairtrade“ liegt der Verdienst der Bauern höher. Darüber hinaus stellt Moema sicher, dass nachhaltige Strukturen in den Kaffee-Kooperativen aufgebaut werden. Die Bauern können mit Hilfe von Moema u. a. Röstanlagen und Verpackungsmaschinen anschaffen und sind somit weniger von den stark schwankenden Weltkaffeepreisen für Rohkaffee abhängig. Sie erzeugen nun auch Endprodukte und eigene Marken. Diese wiederum werden auch auf dem Markt im Inland und im restlichen Südamerika vertrieben.

Gourmetespresso aus Brasilien

Moema direct fair trade Kaffee

Quelle: Moema Espresso Republic GmbH

Kern des Geschäftsmodells von Moema ist der Espresso. Diesen gibt es bei Moema in zwei Sorten: Zum einen der „Pure Passion“, für dessen Kreation Moema im Jahr 2005 den amtierenden Kaffee-Sommelier-Weltmeister Silvio Leite gewinnen konnte. Pure Passion besteht aus handverlesenen Catuaí- und Mundo-Novo-Arabicas, aus dem berühmten Anbaugebiet Sul de Minas. Zum anderen die „Samba Flavour“, eine Mischung aus 70% Obatã-Arabica und 30% Conilon-Robustas, die von der mehrfach ausgezeichneten Kaffee-Sommelière und Barista-Meisterin Silvia Magalhães zusammengestellt wurde. Preislich liegen die beiden Sorten mit 24,90€/kg bzw. 27,90€/kg zwar über den Preisen der herkömmlichen Marken im Lebensmitteleinzelhandel, sind auf die Tasse umgerechnet (1 Tasse ca. 7,5g // 1kg Kaffe = 133 Tassen) noch immer halb so teuer, wie der Espresso aus den bunten Aluminiumkapseln. Das Sortiment wird mittlerweile durch Kaffee-Zubehör und -Utensilien, sowie Tee und Schokolade ergänzt.

Neue Wege im LEH

Moema D'aracruz direct fair trade Kaffee

Quelle: eig. Foto

Moema nutzt für seine beiden klassischen Sorten hauptsächlich den Direktvertrieb an B2B-Vertriebskanäle, wie Gastronomie, Unternehmen, Einzelhandel und Institutionen. Private Endkonsumenten können über den eigenen Webshop bestellen. Die Kommunikation erfolgt hauptsächlich über Weitergabe (Word of mouth), Social Media Aktivitäten, Messebesuche und entsprechene Point-of-Sale Materialien in der Gastronomie.

Mit der Handelsmarke „D’aracruz“, der Kaisers-Tengelmann Gruppe, macht Moema nun einen Schritt als Lieferant für den Lebensmitteleinzelhandel. Auch hier verfolgt Moema den Ansatz hochwertigen Gourmetkaffees aus Brasilien, direkt und fair gehandelt, mit dem eigenen direct fair trade Siegel. Neben der Sortimentslistung im Regal steht D’aracruz in einigen Filialen auch auf der attraktiven Zweitplatzierung im Kassenbereich. Der aktuelle Konsumtrend, die „Third Wave of Coffee“ kommt Moema hier zugute.

Direct fair trade als nächste Stufe des fairen Handels?

DIRECT_FAIR_TRADE

Quelle:
Moema Espresso Republic GmbH

Moema zeigt, dass der direkte faire Handel – direct fair trade – eine neue Alternative zwischen herkömmlichem Handel und bekanntem fairen Handel sein kann. Moema ist nicht das einzige Unternehmen, das mit diesem Konzept erfolgreich ist, allerdings eines der wenigen, das 100% der Wertschöpfung im Kaffeehandel im Ursprungsland belässt. Offensichtlich schätzen die Konsumenten die Tatsache, dass direkt und mit möglichst wenig Zwischenstufen gearbeitet wird, Teile der Erlöse direkt den Erzeugern im Ursprungsland zugute kommen und Infrastrukturmaßnahmen sowie nachhaltige Professionalisierung und damit auch die nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit gefördert werden. Hinzu kommt die Transparenz und Ehrlichkeit, mit der Unternehmen des direkten fairen Handels ihre Projekt umsetzen und ihre Produkte vermarkten.

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