Next Generation Food zum Thema Nachhaltigkeit

„Bleiben Sie beim Essen verführbar!“ Mit diesen Worten schloß Vijay Sapre, mobile.de-Gründer, Zeitschriftenherausgeber und Gastronom seine Eröffnungsrede der „Next Generation Food 2013“. Denn was auf der einen Seite den persönlichen Genuss fördert und vor dem Risiko schützt, Essen als rein „funktionalen Akt“ zu betrachten, das eröffnet auf der anderen Seite neue Marktchancen.

Franken Chefkoch de

Robert Franken von chefkoch.de

Er sollte Recht behalten. Vorträge, Workshops und Gespräche drehten sich bei der ersten „Next Generation Food“ Konferenz am 14.10. in Berlin um die Themen Ernährung, Online-Food Business, Gesundheit und Nachhaltigkeit. Die Beiträge waren vielfältig. Den Auftakt macht Robert Franken, Gründer von chefkoch.de und Mitorganisator der Konferenz, mit seinem Beitrag zum Thema Food Trends. Wird heutzutage fast alles als „Megatrend“ ausgerufen, so ist die neue Form der Auseinandersetzung  mit unserer Nahrung, wie sie aktuell in der Gesellschaft zu beobachten ist, als „Metatrend“ zu sehen. Auf unterschiedlichen Kanälen tauschen sich Menschen mittlerweile (wieder?) intensiv über Kochen, Essen und Rezepte aus. Das geht über das reine Nachschlagen auf der Internetplattform hinaus. Naheliegend daher auch die Erweiterung des chefkoch Angebots in Form eines neuen Print Magazins.

Und es bleibt nicht beim Nachschlagen oder Austauschen. Die Menschen interagieren wieder mehr, wenn es um Essen und Kochen geht. Supper Clubs, Pop-up Restaurants, Food Sharing, wie das „Casserole Project“ uvm. Social Food und Foodtainment sind hier die Schlagworte, wie Alessandro Panella von der Agentur Grey erläutert. Dahinter steht vor allem das Bedürfnis, wieder mehr individuellen Einfluss darauf zu haben was und wie man isst und soziale Verantwortung zu übernehmen.

Holger Haase Wurstsack yout food movement

Holger Haase zum Thema Nachhaltigkeit

So zum Beispiel die „Youth Food Movement“ wie „WurstackHendrik Haase es in seinem Beitrag zum Thema Nachhaltigkeit anschaulich zeigt. Die YFM ist Teil des Slow Food Youth Network, die Jugendbewegung von Slow Food. Ein weltweites Netzwerk von jungen Leuten, die sich für gute, saubere und faire Lebensmittel einsetzen. „Schnippeldiskos“, Eat-Ins, Kochaktion etc. In unterschiedlichen Aktionen bringen sie Mitmenschen zum Mitmachen und damit zur Auseinadersetzung mit dem Thema Nahrung. Dahinter stehen die Wünsche nach qualitativ besseren Produkte, besserem Essen, und vor allem mehr Klarheit, Ehrlichkeit, Transparenz. Diese Wünsche richten die Konsumenten vor allem an die Hersteller. „Nehmt uns Konsumenten wieder ernst.“ „Öffnet Eure Türen“ und „Setzt Euch zu uns!“ sind die Botschaften.

Das spaltet sowohl Produzenten- als auch Konsumentenschaft. Auf der Produzentenseite finden sich einerseits die großen Saatguthersteller sowie internationalen Lebensmittelkonzerne, denen es grundsätzlich schwerfällt, Nachhaltigkeit, Ehrlichkeit und Transparenz in ihre Geschäftsmodelle zu integrieren und dies glaubwürdig zu kommunizieren, ohne dass es unter greenwashing fällt. Geschweige denn, ihre „Türen zu öffnen“. Andererseits gibt es dort einige neue junge Unternehmen, die ihre Geschäftsmodelle im Kern an Nachhaltigkeit und Transparenz ausrichten und damit erfolgreich sind.

Nicolas Lecloux true fruits

Nicolas Lecloux von truefruits

Ein Beispiel: das Unternehmen truefruits aus Bonn, das auf der NGF13 sein Geschäftsmodell noch einmal erläutert. Gegründet von drei Freunden mit einem klaren Credo: 100% reine Fruchtsmoothies ohne weitere Zusätze und abgefüllt nur in recyclebaren Glasflaschen.

Aber auch die Konsumentenseite spaltet sich. Der Preis ist nach wie vor der stärkste Treiber bzw. Kaufentscheidungskriterium in den meisten Produktkategorien. Gleichzeitig sollen Lebensmittel gut, gerecht und nachhaltig sein. Beides gleichzeitig ist schwer realisierbar. Für die Qualität und Nachhaltigkeit, die die Verbraucher wünschen muss auch ein angemessener Preis gezahlt werden. „Mehr von allem“, wie es im Werbebeileger eines deutschen Discounters kürzlich hieß, ist nicht möglich.

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