purepepper – fairer Handel & gutes Marketing

Kampot Noir

Kampot Noir, Quelle: Purepepper

Bei purepepper.de ist der Name Programm. Nur ein Produkt, davon aber die beste Sorte. Ähnlich wie schon die Teekampagne in den 1980er Jahren, gründete Anja Matthes ihr Unternehmen nach diesen Erfolgsprinzipien. Seit 2010 vertreibt Purepepper mit Sitz in Berlin hochwertigen kambodschanischen Pfeffer aus der Region Kampot über den eigenen Webshop. Neben der Produktqualität spielt vor allem der Gedanke des direct Fair Trade eine wesentliche Rolle. Der Pfeffer wird umweltschonend, ohne maschinellen Einsatz angebaut und von Hand geerntet. Purepepper zahlt einen fairen Preis und nimmt garantierte Mengen ab. Dies findet im direkten Dialog mit den Erzeugern statt, ohne Großhändler, Zwischenstufen und sonstigen Interessensgruppen. Nur so kann die hohe Qualität und der respektvolle, faire Umgang gewährleistet werden.

wir sprachen mit Anja:

F: Würdest Du sagen, dass „Purepepper“ den Prinzipien von people, planet, profit und purpose entspricht? Wenn ja, wie?

Ms Pure Pepper | Anja Matthes | www.purepepper.de

Ms Pure Pepper, Anja Matthes,
Quelle: www.purepepper.de

A: Ja, mit Pure Pepper arbeite ich nach diesen Prinzipien. Oder in meinen Worten, „da steckt Liebe drin“. „Pure Pepper“ baut Brücken zwischen offenen, interessierten Kunden, die das Besondere und Qualitative suchen und Pfefferbauern am anderen Ende der Welt, die ein sehr gutes Produkt haben und gerne von ihrer Arbeit leben können möchten – dazwischen gibt es nichts, keinen Zwischenhändler oder große Konzerne.

F: Was bedeutet für Dich konkret „fairer Handel“ und wie setzt Du dies in Deinem Projekt um?

A: Ich kaufe den Pfeffer zu fairen und über dem Marktniveau liegenden Preisen. Damit werden die Produktionskosten gedeckt, die Existenz der Bauern und ihre Familien gesichert und eine sozial gerechte und umweltverträgliche Produktion ermöglicht. Die Bauern haben die Möglichkeit, ihre Familien zu ernähren, ihre Kinder zur Schule zu schicken und den Pfeffer weiterhin in ihrer altbekannten Tradition anzubauen mit dem Verzicht auf den Einsatz von Pestiziden und Kunstdünger. Ich plane eine langfristige stabile Partnerschaft mit den Bauern in Kampot aufzubauen – eine Partnerschaft die auf Vertrauen und Respekt gegründet ist. Die Kunden können mit Hilfe des Trackingcodes, der auf jeder Pfefferdose abgedruckt ist, unter www.purepepper.de/tracking genau erfahren, wer ihren Pfeffer wann wo geerntet hat.

Pure Pepper Collection | Kampot Pfeffer, Ernte 2011 | www.purepepper.de

Pure Pepper Collection, Kampot Pfeffer,
Ernte 2011, Quelle: www.purepepper.de

F: Warum tragen Deine Produkte kein Siegel? Braucht man das Deiner Meinung nach überhaupt?

A: So sehr ich darum weiß, dass Siegel eine Weg zur Orientierung seien können, habe ich mich dagegen entschieden, da mit jedem Siegel zusätzliche Kosten verbunden sind (die gibt es leider nicht für „lau“), die ich den Kunden nicht auf die Produkte aufschlagen möchte. Zudem ist auch mir persönlich der „Siegel-Dschungel“ zu unübersichtlich und wechselhaft.

F: Welchen Einfluss hat Dein Handeln, bzw. Dein Geschäft auf die lokalen Erzeuger in Kambodscha?

Pure Pepper,  Ernte in Kampot, Kambodscha

Pure Pepper,
Ernte in Kampot, Kambodscha

A: Die Bauern freuen sich über mein großes Interesse an ihrem Pfeffer und wollen verstehen und lerne, welche Gerichte wir Europäer mit Pfeffer zaubern und wie wir den Pfeffer benutzen. Darüber hinaus verstehen sie sehr gut, dass sie weiterhin ihre Produkte mit der großen Sorgfalt und Achtsamkeit anbauen und ernten müssen, damit am Ende ein erstklassiges Produkt herauskommt. Die Bauern in Kampot sind zudem sehr stolz, dass ihr Pfeffer per „Geographischer Identifizierung“ (bedeutet nur das Produkt aus der Region darf auch so genannt werden, wie Champagner und Lübecker Marzipan) geschützt und geadelt wurde.

F: Worin lag im Rahmen dieses Projektes bislang die größte Herausforderung?

A: Daran glauben, dass ich richtig liege: es gibt einen Markt für erstklassigen und fair gehandelten Pfeffer, trotz allem Widerspruch und Gegenwind.

F: Sucht der Konsument eigentlich gezielt nach „dem bestimmten Pfeffer“, oder ist Pfeffer eher ein Produkt, das aus einem Grundbedarf heraus gekauft wird und dann eben häufig spontan?

A: Ich denke sowohl aus auch. Wenn ich mir die Suchergebnisse für meine Website anschaue, dann wurde dort oft gezielt gesucht, schon auch mit dem Stichwort „hochwertiger Pfeffer“. Die Kunden, die auf dem Markt an meinen Stand kommen, lassen sich dagegen oft von der Qualität und/oder meiner Geschichte begeistern und kaufen spontan überzeugt.

F: Wein, Kaffee, Schokolade, mittlerweile sogar Salz: Viele Produkte erfahren derzeit einen besonderen Konsumtrend. Konsumenten interessieren sich sehr für Qualität und unterschiedliche Geschmacksrichtungen. Wie ist das beim Pfeffer?

Pure Pepper Collection | Kampot Pfeffer, Ernte 2011 | www.purepepper.de

Pure Pepper Collection, Kampot Pfeffer, Ernte 2011,
Quelle: www.purepepper.de

A: Als ich 2009 meine Idee hatte und zum Thema recherchierte, war die Wahrnehmung für qualitativ guten Pfeffer noch sehr klein. Inzwischen ist das Interesse gewachsen und auch die Anzahl der Anbieter. Doch es ist ein Nischenmarkt. Noch. 🙂

F: Wenn der „Pfeffer Trend“ kommen sollte, was unterscheidet Deinen Pfeffer, abgesehen vom direkten fairen Handel, dann von anderen?

A: Meine Pfeffer sind frische Pfeffer, damit meine ich, dass die Ernte der Pfeffer meist im selben Jahr (wie mein neuer Pfeffer aus Indien, der im Februar geerntet wurde) oder dem Jahr davor erfolgte. Bei mir auf der Dose steht in welchem Jahr der Pfeffer geerntet wurde. Dies trifft nicht zu auf fast alle Pfeffer im Supermarkt. Darüber hinaus haben meine Pfeffer aus Kambodscha auf jeder Dose einen Trackingcode, der es ermöglicht auf meiner Website Informationen über die Bauern, ihre Familien und die Region zu holen. Somit bekommt jeder meiner Kunden einen persönlichen Bezug zu dem Pfeffer, den er oder sie sich aufs Butterbrot streut.

Vielen Dank Anja Matthes für das Gespräch.
Mehr Informationen zu purepepper.de

Kommentare sind geschlossen.